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Gesundheit ist mehr, als die Abwesenheit von Krankheit!

Unterschriftenaktion gegen die Kopfpauschale

Unser Krankheitssystem… sorry, Gesundheitssystem hängt selbst am Tropf, könnte man sagen. Wenn ich etwas habe, muss ich zunächst “Eintritt” in Form der Praxisgebühr bezahlen. Und ich habe selten etwas, ganz im Gegenteil zum “Durchschnittsdeutschen”, der laut Arztreport der Barmer GEK im Jahr 2008 alle drei Wochen zum Doktor rannte. Medikamente bezahle ich auch selbst – irgendwie bekomme ich nur noch grüne Rezepte. Glücklicherweise bin ich Fan von Naturheilmitteln, die sind schön günstig. Ansonsten gehe ich so selten wie möglich zum Arzt. Der findet nämlich immer etwas, nach dem Motto: Wer gesund ist, war nicht lange genug beim Arzt…

Als ich Kind war, bekamen wir beim Arzt ein Rezept, lösten es in der Apotheke ein und bekamen ein Medikament. Ja wirklich, an solche Zustände kann ich mich erinnern. Wie das wohl damals funktioniert hat? Als Teenager waren dann schon ein paar Mark Rezeptgebühr fällig.

Ein paar Jahre war ich auch privat versichert, weil ich selbständig war, allerdings nie für sagenhaft günstige 69,-€, wie in den Anzeigen, die einen im Web immer anspringen. Und obwohl ich im Monat erheblich mehr bezahlte, hatte ich eine jährliche Selbstbeteiligung in vierstelliger Höhe. Und jede Arztrechnung musste ich zuerst selbst bezahlen, einreichen und bekam dann irgendwann das Geld überwiesen, abzüglich der Selbstbehalte. Ja, es gab auch Beitragsrückerstattungen, allerdings maximal zwei Monatsbeträge. Ja, ich saß nie lange im Wartezimmer, aber ich schämte mich für die Ungerechtigkeit, dass ich vorgezogen wurde, nur weil ich Privatpatient war. Und nachdem ich die knackigen 20er hinter mir gelassen hatte und mein Alter von einer 3 angeführt wurde, stiegen die Beiträge ordentlich, jedes Jahr. Ach ja – gewisse Dinge wurden auch nach und nach ausgeschlossen; nach dem Motto: Natürlich können wir nach Ihrer Untersuchung beim Orthopäden Bandscheibenvorfälle nur mit einer Beitragsanpassung weiterversichern. Komisch, dass bei der ganzen Lobhudelei auf die private Krankenversicherung solche Details gerne unter den Tisch fallen. Für Besserverdienende mag das nebensächlich sein, denn da schaut man nicht auf den Cent.

Das Kunststück, welches Herr Rösler nun vorhat, muss mathematisch im Reich der Zauberei geboren worden sein: Der Patient Gesundheitssystem ist so pleite, dass Milliarden fehlen. Wir zahlen Beiträge, Praxisgebühren, viele Medikamente komplett, andere teilweise. Wir zahlen die Hälfte unserer Zähne selbst und müssen überall drauflegen. Gerade führen diverse Krankenkassen einen Zusatzbeitrag ein – und jetzt soll es einen einheitlichen Beitrag geben?!? Das muss rechnerisch ja wohl oder übel mehr als der Durchschnitt der bisherigen Beiträge sein, damit alle Kosten gedeckt sind, oder? Wie hoch mag dieser Einheits-Beitrag wohl sein? Bricht er einem Geringverdiener das Genick? Anzunehmen.

Also tun wir etwas dagegen! Hier können Sie sich am Protest beteiligen: Campact.de, Kopfpauchale stoppen!

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