Ja, hier sind genau fünf Lichtblicke, wobei es bestimmt noch mehr gibt, wenn man sucht. In der Masse der Katastrophennachrichten, die tagtäglich auf uns einströmen, ist doch jede gute Nachricht, über die man so stolpert, eine Wohltat:
In der Psychologie werden Lebenskrisen auch als mögliche Entwicklungschancen gesehen. Wir als Gesellschaft scheinen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise jedenfalls gewachsen zu sein, was eine Umfrage unter der deutschen Bevölkerung zeigt. Die Parolen des freien Marktes überzeugen nur noch ein Drittel der Befragten, der blinde Glaube an den Kapitalismus ist vorbei, denn neun von zehn Deutschen fordern eine neue Wirtschaftsordnung, in der soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und schonender Umgang mit Ressourcen eine stärkere Rolle spielen.
Die Konsequenz daraus ist auch ein verändertes Verbraucherverhalten bei Finanzprodukten. Geldinstitute mit ethischen und/oder ökologischen Anlagestrategien sind eine Wachstumsbranche. Noch bilden sie zwar eine Nische – doch so hat jede neue Bewegung einmal angefangen.
Beim Thema Investitionen in die Zukunft sind wir dann elegant beim Umgang unserer Gesellschaft mit Kindern gelandet. Da gibt es die wunderbare Nachricht, dass Kindertagesstätten zukünftig nicht mehr wie normale Gewerbebetriebe behandelt und Klagen gegen Kindergärten massiv erschwert werden sollen. Wenn es dann doch noch so kranke und emotional verarmte Menschen gibt, die gegen lärmende Kinder klagen, sollen sie sich wenigstens die Zähne ausbeißen… Die Pläne dazu werden hoffentlich bald konkret: Bundesregierung will Klagen gegen Kinderlärm erschweren.
In der aktuellen Atomdebatte stieß ich schließlich auf eine extrem erfrischende Nachricht: Greenpeace verklagt das Wirtschaftsministerium! Es besteht nämlich der Verdacht, dass ein Bericht zurückgehalten wird, der beweisen könnte, wie überflüssig die Kernenergie jetzt schon ist. Den Beweis haben die Energiekonzerne bereits selbst geliefert, als sie drohten, die Atommeiler abzuschalten, wenn die Brennelementesteuer käme. Wenn das so einfach möglich ist, dann mal los!
Rücksichtslose Konzerninteressen konnten jetzt auch in Indien gestoppt und dadurch das Überleben eines Naturvolkes gesichert werden. Dass 800 indigene Ureinwohner mit ihrem Protest – mithilfe weltweiter Unterstützung – sich gegen einen milliardenschweren Aluminiumproduzenten behaupten konnten, läßt hoffen. So hat “Avatar” auch in der Realität ein gutes Ende genommen.
Das waren fünf Lichtblicke und schon huscht noch ein Postscriptum vorbei, welches ich mit einem breiten Grinsen dazusetze: Die böse, böse, ultragefährliche Schweinegrippe ist seit August 2010 offiziell keine Bedrohung für die Menschheit mehr. Ist das nicht toll? Die Regierungen haben für Milliarden Impfdosen gekauft, sie noch schnell zum günstigen Sonderfreundschaftspreis als humanitäre Hilfe an ärmere Länder verhökert und jetzt, wo das Geschäft gemacht wurde, kann die Seuche getrost begraben werden. Ich nehme übrigens schon Wetten entgegen, dass die nächste Seuche demnächst auftaucht. Nur das schuldige Makottchen ist noch unklar – vielleicht können Sie da ja kreativ helfen? Welches Wappentier bekommt die nächste Seuche?





