Nun kann ich mich also dem Vergnügen widmen, „Aspelund“ zusammen zu zimmern. Das hat etwas von Zen; mit leerem Geist versenke ich mich in Schrauben, Zapfen, Bretter und in meditativer Stimmung wächst unter meinen Händen das Möbelstück heran. Als der Rahmen steht, will ich nochmals einen Test machen, ob ich auf dem richtigen Weg bin – und es sieht gut aus. (10, 11).
Nachdem die Rückwand montiert ist, wird die Kommode mit den nötigen Löchern ausgestattet, damit der Aufsatz sicher verzapft werden kann. Hier ist wieder sauberes Messen angesagt und die Bohrmaschine sollte einem nicht abrutschen, was an den Ansatzstellen der Hartfaser-Rückwand leicht möglich ist (12). Also Vorsicht!
Nun wird der Wickelaufsatz fixiert: Zuerst die drei Zapfen an der Rückseite einführen (13).
Doch was ist mit der Vorderseite? Die vorgesehenen Stahlplättchen funktionieren nicht, weil die Deckplatte von „Aspelund“ etwas dicker und kaum Platz zur Fixierung da ist. Hier macht es sich bezahlt, die Bänder, die bei jedem Regal mitgeliefert werden, nicht weggeworfen zu haben (14).
Am Wickelaufsatz können die Metallschrauben in die vorbereiteten Gewinde eingeschraubt werden. Die Bänder durch die Lücke ziehen und mit einer Holzschraube (die kürzer sein muss, als die Deckplatte dick ist!!!!) straff verschrauben. Fertig, Aufsatz fixiert (15).
Nun können die Schubladen zusammen geschraubt und montiert werden. Mit Ruhe und Geduld sieht es dann wenig später gut aus – unser neuer Wickeltisch ist fertig! Die Breite von Kommode und Aufsatz passen perfekt (16, 17, 18).
Und der Stilmix ist durchaus reizvoll; die helle Maserung der Kommode passt gut zur gebeizten Maserung des Aufsatzes. Wenn dann später die Wickeltischauflage draufliegt, ist der Farbwechsel noch unauffälliger. Die Arbeitshöhe ist für uns mit 1,10 m perfekt und unseren Rücken werden fiese Qualen erspart (19).
Ein weiterer Vorteil ist die Blende, die dafür sorgt, dass die oberste Schublade nicht am Aufsatz entlang schrammt. Trotz des Aufsatzes können wir gut herein greifen – das ist nicht bei allen Kommoden so gelöst (20).
Wenn wir dann den genauen Stellplatz festgelegt haben, werden wir das ganze Gebilde natürlich mit fetten Schrauben in der Wand verdübeln – die Löcher dafür sind an der Rückseite des Wickelaufsatzes bereits vorgesehen.
So, abschließend noch die Frage, was der Spaß denn nun gekostet hat: Eine Kommode „Aspelund“, 110 cm hoch, kostet 79,- €, der Wickelaufsatz „Leksvik“ 30,- €. Also haben wir gerade mal 109,- € und ein paar Stunden Arbeit investiert. Wer also keine Scheu vor dem Umgang mit einer Bohrmaschine hat und sowieso gerne Möbel aus dem schwedischen Möbelhaus zusammenbaut, kommt so extrem günstig zu einer hohen, schönen Wickelkommode. Und wir wünschen viel Spaß beim Nachbau. Mit Sicherheit gibt es auch andere Kombinationsmöglichkeiten – wichtig ist es, vorher genau zu messen und zu planen! (21, 22)


















