Übrigens, wir sind Fans des schwedischen Möbelhauses! Es ist 10 Minuten von uns entfernt, günstig und die Sachen selbst zusammen zu bauen, macht Spaß. Und viele Möbel sehen ordentlich aus – zumindest im Internet. Als wir dann vor den verschiedenen Wickeltischen standen, machte sich Ernüchterung breit: Zu niedrig, hässlich, vorstehende Schrauben. Kein Modell war zufriedenstellend.
Also wieder nach Hause und das Netz durchstöbert.
Die Verzweiflung wuchs – was sollten wir, 1,75m und 1,87m groß, mit einer 80 cm hohen Wickelkommode? Dazu kam die erschlagende Flut ausufernder Hässlichkeit, gepaart mit astronomischen Preisen. 500 € für eine unansehnliche Kommode, an der wir uns „Rücken“ holen? Niemals! Wir vermuteten schon ein Komplott mit den Orthopäden, die sich freuen, nach ein paar Wickeljahren die kaputten Wirbelsäulen behandeln zu dürfen…
Es musste also eine Lösung her und wir waren nun zum äußersten bereit: Eigenbau.
Mit einem Zollstock bewaffnet ging es wieder ins schwedische Möbelhaus, wo wir nun einige Mitarbeiter anfingen, in den Wahnsinn zu treiben. Wir würden gerne wissen, ob der Wickelaufsatz „Hemnes“ auf die Kommode „Aspelund“ passt? Im Internet hatten wir schon herausgefunden, dass die Tiefe der Kommode und die Lücke des Aufsatzes zusammenpassen könnten. Natürlich war es nicht möglich, das zu testen. Der Verkäufer zeigte uns zumindest, wo was stand und bat uns, selbst zu messen, was wir auch taten. Dabei stellten sich auch bezüglich der Optik und Breite heraus, dass “Hemnes” und “Aspelund” nicht soooo kompatibel waren. Wir verbrachten insgesamt 3 Stunden im Möbelhaus und bekamen auch von der Beraterin in der Kinderabteilung den unterschwellig empörten Hinweis, dass nur bestimmte Wickelaufsätze auf die jeweiligen Kommoden passen und wir das nicht beliebig kombinieren könnten. Erst mein Hinweis, dass ich eine Bohrmaschine besitze und keinen Respekt vor bestehenden Bauanleitungen habe, seufzte sie resigniert, dass wir ja machen könnten, was wir wollen…
Ein sehr hilfsbereiter Mitarbeiter im Lager öffnete für uns nun ein Paket vom Wickelaufsatz „Leksvik“. Die dazu gehörende Kommode ist schon seit zwei Jahren nicht mehr im Programm – vom Wickelaufsatz sind noch ein paar Restbestände in den Lagern. Im vom Mitarbeiter geöffneten Paket maßen wir nun die Bohrlöcher und die Aussparung für die Kommodendeckplatte aus und prüften mit unseren neuen Erkenntnissen wieder die Kommodenlandschaft. Es wurde aufgrund der schönen Höhe von 1,20m tatsächlich „Aspelund“.






